Wie kann ich Kompostwürmer im Garten halten?

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Wie kann ich Kompostwürmer im Garten halten?

Ungelesener Beitragvon Peter » 12. August 2015 17:58

Hallo,

Ich würde gern Kompostwürmer im Garten einsetzen, um Wurmhumus für die Obst und Gemüsepflanzen zu produzieren.

Dazu möchte ich die Würmer in den Kompost setzen.
Ist ein Gitterkompost oder ein Plastik-(Thermo-)Komposter für die Haltung von Kompostwürmern besser geeignet? Werden Plastik-Thermokomposter im Sommer zu heiß (bei Standort im Schatten)?

Wie sollte ich die Würmer von Fressfeinden schützen?
Reicht es aus, wenn ich Kaninchendraht unter den Komposter und an den Seiten auslege, oder wird das durchgebissen? Wie lange dauert es, bis ein verzinkter Draht unter dem Kompost durchgerostet ist? Gibt es Alternativen?
Sind Fressfeinde vielleicht gar nicht so schlimm, da die Vermehrungsrate der Kompostwürmer recht hoch ist?

Wenn ich die Würmer direkt im Beet aussetze, wie erreiche ich, dass die auch dort bleiben?
Man müsste bestimmt das Beet öfter mulchen und/oder Material in die oberste Bodenschicht einarbeiten. Muss der Boden ständig bedeckt sein (Mulch) oder reicht es z. B. aus, im Herbst eine dicke Schicht Laub aufs Beet zu bringen?
Gibt es Pflanzen, die Kompostwürmer und Regenwürmer anlocken oder abschrecken?
Peter
 

Re: Wie kann ich Kompostwürmer im Garten halten?

Ungelesener Beitragvon Reniar » 17. November 2015 17:49

Hallo Peter!

Peter hat geschrieben:Ist ein Gitterkompost oder ein Plastik-(Thermo-)Komposter für die Haltung von Kompostwürmern besser geeignet? Werden Plastik-Thermokomposter im Sommer zu heiß (bei Standort im Schatten)?


Ich habe meine im Thermokomposter, der wird im Schatten nicht zu heiß, im Sommer muß ich ab und an anfeuchten damit er nicht zu trocken wird. Ich denke mal dass ein Gitterkomposter auch geht, allerdings könnte es bei Regen mangels Regenschutz zur Flucht kommen.

Peter hat geschrieben:Wie sollte ich die Würmer von Fressfeinden schützen?
Reicht es aus, wenn ich Kaninchendraht unter den Komposter und an den Seiten auslege, oder wird das durchgebissen? Wie lange dauert es, bis ein verzinkter Draht unter dem Kompost durchgerostet ist? Gibt es Alternativen?
Sind Fressfeinde vielleicht gar nicht so schlimm, da die Vermehrungsrate der Kompostwürmer recht hoch ist?


Also Kaninchendraht ist meines Wissens nach zu dünn um alle Fressfeinde abzuhalten (sagt zumindest mein Nachbar dem ein solcher durchgebissen wurde) ich würde Dir zu einem Wühlmausgitter raten, das ist zwar das Selbe Prinzip, also kunstoffumantelter Draht, aber Dicker. Bei uns hatte ich ein Problem ein solches Aufzutreiben, einzig bei Dehner hatte ich Erfolg, kostet halt ein wenig... Steine helfen übrigens kaum was...

2'tens die Wahl des Komposters. Ich und auch meine Nachbarn haben schlechte Erfahrungen mit teuren Marken Thermokompostern gemacht, da sie sich a) sehr leicht verziehen und b zu viele angriffsflächen für Nagetierzähne bieten und so Eingangslöcher genagt werden können... Meine No Name Billigthermokomposter, die schwarzen bei oben genannten Gartencenter bezogen, haben das Problem nicht...

Peter hat geschrieben:Wenn ich die Würmer direkt im Beet aussetze, wie erreiche ich, dass die auch dort bleiben?

ausreichende Fütterung, sprich mulchen oder eine Art Futterstelle vorsehen, allerdings werden sie bei starkem Regen ausziehen, so zumindest bei mir passiert...
Wenn Du noch kein Beet hast, könntest Du ein African Keyhole bauen, da gibts anleitungen massig am Netz, so kurz im prinzip ein rundes Hochbeet mit Komposter in der Mitte, und einem Zugang zum Komposter...

Peter hat geschrieben:Man müsste bestimmt das Beet öfter mulchen und/oder Material in die oberste Bodenschicht einarbeiten. Muss der Boden ständig bedeckt sein (Mulch) oder reicht es z. B. aus, im Herbst eine dicke Schicht Laub aufs Beet zu bringen?

Also für Kompostwürmer würd ich sagen immer Bedeckt, Tauwürmer reicht zweimal mulchen im Jahr vorzugsweise reichlich im Frühjahr und Herbst...

Peter hat geschrieben:Gibt es Pflanzen, die Kompostwürmer und Regenwürmer anlocken oder abschrecken?

Hm bei Pflanzen bin ich überfragt, was würmer Anlockt ist Kaffeesatz & Brenesseljauche probierter Maßen...

LG, Rainer
Reniar
 

Re: Wie kann ich Kompostwürmer im Garten halten?

Ungelesener Beitragvon oderlachs » 16. August 2016 10:14

Hallo !
Ich bin ja noch Neuling, aber dieses Thema werde ich aufgreifen, weil ähnliches vorhabe, im Garten per Würmer zu kompostieren. Wegen "Futterfeinde" mache ich mir so keine Sorgen, da wir bislang keine Ratten usw. vermelden können , trotz Tierhaltung auf dem Nachbargrundstück, ich glaube Katzen und Hunde tun da ihre Pflicht.
Ich will den KompostTurm aus Holz bauen und unten mit Durchbruchblech(3mm Bohrungen) absichern. Die Anlage ist gegen Sonne Regen mittels Naturdach(Holundererstrauch) + Abdeckung geschützt.
was ich noch nicht so recht verstanden habe, ist warum ich mehrere "Abteile"/Etagen anlegen muss.

Na ich werde mich schon hier im Forum belesen und vielleicht auch "Dumme Fragen" eines Einsteigers stellen.

Gruss Gerhard
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Re: Wie kann ich Kompostwürmer im Garten halten?

Ungelesener Beitragvon holzgaser » 2. September 2016 09:23

Servus,

ich hab das so gelöst das ein Behälter von oben befüllt wird und unten eine Entnahmestelle ist so das der Materialfluss von oben nach untern stattfindet.

MfG
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Re: Wie kann ich Kompostwürmer im Garten halten?

Ungelesener Beitragvon Rainer1 » 18. September 2016 14:00

Hallo!

Zu den Etagen, das ist kein muss, sondern hat normalerweise folgenden Grund. Kompostwürmer halten sich vorzugsweise in der obersten Schicht (c.a. 30cm) auf, je nach Art unterschiedlich. Mistwürmer können nicht so tief graben wie Dendrobena, die natürlich vorwiegend im Wald leben. Mit den Etagen hat man für die Fütterung ein gewisses Maß, das eine Überfütterung verhindert.
Die Überfütterung ist indoor nach meiner Erfahrung problematischer als outdoor. Innen ist es normalerweise ein Problem wenn die Würmer aus der Farm hinaus wollen, wenn die Bedingungen nicht optimal sind. Wenn ein Kompostes außen Erdkontakt hat, oder die Würmer ins freie klettern können (meistens Ihr Rückzugsweg), können sie sich in Sicherheit bringen bis die Bedingungen wieder passen. Bei der "Überfütterung" kann es leicht zur Heißrotte kommen und den Würmern damit zu warm werden.
Die Würmer wandern mit neuem Futter nach oben. Die oberste Schicht dient als Fütterungsschicht. Eine verarbeitete Schicht ist für sie gut als Rückzugsgebiet, das sie immer wieder aufsuchen. Die unterste Schicht kann dann entnommen werden und ist größtenteils Kokon und Wurmfrei. So die Idee. Die meisten handelsüblichen Wurmboxen haben übrigens 4 Schichten, eine zur Sicherheit. Dieser Aufbau stammt soweit ich weiß aus den USA und dort sind Kompostwürmer nicht heimisch. Daher wird auch mehr wert darauf gelegt sie in der Farm zu halten, als es bei uns erforderlich ist, wo die üblichsten Arten ja heimisch sind.
Es gibt allerdings mehre Konzepte eine Farm aufzubauen. Eine Wurmwanderkiste ist z.B. eine, wurde schon von Darwin beschrieben, der viel an Würmern geforscht hat. In dieser gibt es 2 Kammern, die durch eine durchlöcherte Wand getrennt sind. Die Löcher, damit die Würmer wandern können. Eine Seite wird nach und nach gefüllt, die Andere darf ruhen. Wenn die Eine dann voll ist wird die Andere gefüllt. Die Würmer wandern dann mit der Zeit in die frische Seite und setzen diese um...
Ein weiteres System sind die Flow Through Systeme. Im Prinzip ist bei Ihnen unter der Farm eine Auffangbox und an der Unterseite der Farm ein grobes Sieb. Fertiger Kompost fällt dann einfach unten raus. Neues Material wird immer oben aufgelegt.
Ich kompostiere im Moment draußen mit 2 Thermokompostern als Farmen. Um Platz zu sparen, kein Problem mit Unkrautsamen zu haben, die Ausgangsmaterialen gut zu durchmischen und vor allem da ich nicht als Futterstelle für anscheinend in der Nachbarschaft teilweise hausenden Nagetiere dienen will habe ich mir als Vorstufe einen Trommelkomposten geleistet, in dem ich vorab heiß kompostiere und dann das Ergebnis in die Farm fülle. Für mich ist diese Variante am praktikabelsten. So kann ich Holzhäcksel, Schnittgut, Rasenschnitt vom Nachbarn, Karton, Holzkohle, Gestenmehl und Küchenabfälle gut durchmischen, bevor ich sie verfüttere. Unkrautsamen werden durch die Heißrotte zerstört und Gemüseabfälle Nagetier ungenießbar gemacht. Außerdem verringert sich das Volumen innerhalb der ersten 2 Wochen um c.a. 50%, viel schneller als in den Thermokomposter. Mal ganz abgesehen davon was ich mir an Zeit gegenüber früher spare, wo ich die Materialen noch geschichtet habe...

LG, Rainer
Rainer1
 


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