Bauanleitung für eine Holzbox

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Moderator: Kiko63505

Bauanleitung für eine Holzbox

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 11. September 2011 20:57

Ob man sich für eine Kauffarm oder für eine Selbstbaufarm entscheidet, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Das gleiche gilt für das Material, aus welchem eine Wurmfarm besteht und ist abhängig vom Einsatzort. Als Material kommt in erster Linie Plastik oder Holz in Frage, wobei Form, Farbe und Größe eher zweitrangig sind. Prinzipiell eignet sich fast jedes Behältnis für eine Wurmfarm, es muss lediglich für genug Luftsauerstoff und das ablassen von Flüssigkeiten gesorgt werden.
Ich selbst bevorzuge Holz als Werkstoff für eine Wurmfarm, dieses ist Atmungsaktiv und Feuchtigkeitsregulierend. Eine Holzfarm braucht keine Lüftungslöcher und auch keine Abflusslöcher, somit ist eine Wurmwanderung ausgeschlossen. Bei richtiger Futtergabe kommt es nie oder kaum zu einer Pfützenbildung unter der Farm, allerdings kann man hier auch eine Art Wanne unterstellen und ist somit auf der sicheren Seite.
Eine Wurmfarm aus Holz hat allerdings einen Nachteil, aus meiner Sicht den einzigen, sie darf niemals von außen nass werden. Als Outdoor Farm hat sie also einen großen Nachteil, man kann sie niemals ohne Regenschutz ins Freie stellen.

Für den Selbstbau einer Holzfarm bedarf es Werkzeug, Grundkenntnisse über Holz und ein wenig handwerkliches Geschick. Preislich kommt man, rechnet man nur die Materialkosten, mit ca.30-40€ bestens zurecht. Die Hamburger Wurmkiste kostet mit Versand knappe 70€ und ist somit eine gute Alternative. Im Selbstbau allerdings hat man Einfluss auf die Größe und das Aussehen der Farm. Man kann also durchaus eine Holzfarm optisch so gestalten, das diese in einem Wohnraum stehen kann und die Blicke auf sich zieht.
Oft spricht man über die Lebensdauer einer Holzfarm, diese kann durchaus 17 Jahre und mehr betragen. Das es durch eine Holzfarm gesundheitliche Probleme geben soll, ist mir bis jetzt unbekannt und das mögliche Risiko ist sicherlich nicht anders als bei Plastikfarmen. Ich kann euch auch beruhigen wenn es um die Lebensformen in der Farm geht, diese können auserhalb einer Farm nicht überleben. Es besteht also kein Grund, sich vor einer Wurmfarm innerhalb der Wohnräume, zu fürchten.

Meine Selbstbaufarm ist jetzt 1 Jahr in Betrieb und bisher gab es keinerlei Probleme, kein Wurm ist geflüchtet, kein Holz ist aufgeplatzt und noch heute passt der Deckel so wie am ersten Tag. Es hat sich somit bis heute an der Farm nichts verformt.

Ich bin nun kein Schreiner, kein technischer Zeichner und schon lange kein Kompostwurmspezialist, dennoch habe ich mir vorgenommen euch (m)eine Bauanleitung nahezubringen. Vorlage hierzu ist meine Box, die sicherlich ein wenig mehr an Holz enthält als die Hamburger Wurmkiste, aber ich kann sicher sein, das diese Box stabil und verformungsfrei ist.
Meine Box ist ein wenig zu groß, sie hat eine Abmessung von 70cm Länge, 40cm Tiefe und 40cm Höhe. Die Box fasst somit gut 100Liter Substrat, mit dem Boxengewicht kommt man da schnell auf 100kg und mehr.

Mein Holz habe ich im Baumarkt gekauft. Die Bretter, Fichtenholzleimbretter mit einer Stärke von 18mm, habe ich mir passgenau nach Plan zuschneiden lassen, dieser Service war kostenlos. Die Verstärkungsleisten sind ebenfalls aus dem Baumarkt, es handelt sich um Konstruktionsleisten mit den ca. Abmessungen von 22x18mm. Die Farm wurde nur mit Schrauben zusammengebaut, Leim oder sonstige Hilfsstoffe habe ich nicht verwendet. Die Schrauben sind rostfrei, haben ein Grobgewinde für Holz und haben eine Abmessung von ca, 32 bis 35mmx 3,5mm. Es werden auch einige Schrauben benötigt, welche ca. 50mm lang sind und ebenfalls ein Grobgewinde besitzen sollten.
Zwingend erforderlich ist das vorbohren der Löcher. Bei 2 Lagen Holz sind 18mm und bei 3 Lagen, im Bodenbereich zB. Sind 36mm vorzubohren

Bevor wir nun zu den Zeichnungen kommen, möchte ich euch nahelegen...
NIEMALS DAS HOLZ BEHANDELN, ALSO KEINE FARBEN, KEINE lACKE, KEIN WACHS


Nachfolgend habe ich versucht (m)eine Farm als Zeichnung darzustellen, wie gesagt, es war ein Versuch :lol:
Im Bild 1 seht Ihr einen Schnitt durch die Wurmfarm, einmal ein Längsschnitt (linkes Bild) und einmal ein Querschnitt. Die grau dargestellten Flächen sind die Konstrukionslatten mit den ca. Maßen 22x18mm, diese gibt es als Meterware im Baumarkt.
Links im Bild sieht man die Farm, welche auf 2 Füßen steht, dieser Abstand zum Boden ist wichtig und dient der Be- und Entlüftung der Farm. Generell soll eine Holzfarm von allen Seiten Luft erhalten können, hierfür langt die Umgebungsluft vollkommen aus.
Der Deckel ist so konstruiert, das er sich ähnlich einem Z, 2 mal in die Box einfügt.
Auf Anhieb könnte man meinen, ich hätte hier zu viele Konstruktionslatten verwendet, im Bild grau dargestellt. Sicherlich geht das auch mit weniger Latten, aber ich habe alle Stöße und Ecken überdeckt. Das erschien mir wichtig, um der Box mehr Stabilität zu geben. Feuchtes Holz entwickelt enorme Kräfte durch das Quellverhalten und schnell kann dann eine Ecke aufgehen, auch halten die Schrauben in den hinterlegten Ecken wesentlich besser.

Bild

Erste Arbeitsschritte.
Am besten man fängt mit der Bodenplatte an, siehe Bild.
Aus den Konstruktionslatten werden 4 Latten, exakt so groß wie die Bodenplatte geschnitten, am besten die Ecken auf Gehrung schneiden. Diese Latten werden bündig mit der Bodenplatte auf dieser verschraubt (bitte vorbohren aber nur die Latten). Einen Schraubenabstand von +- 8cm halte ich für angebracht, die Schrauben sollten nicht länger sein als die Gesamtstärke der beiden Hölzer. Es kann dienlich sein, wenn man die Latten mit Schraubzwingen vorher in Position bringt und fixiert. Die Schrauben bitte nicht mit einer Maschine komplett eindrehen, bitte den letzten Gewindegang mit einem Schraubendreher ausführen. Diesen Schritt wiederholen wir nun an der Unterseite der Bodenplatte. In diesem Fall haben wir nun 1 Latte, das Bodenbrett und nochmals 1 Latte, die es gilt zusammen zu schrauben, wir benötigen hier also Schrauben die ca. 50mm lang sind. Bitte nur die 4 Latten aufschrauben wie vorher beschrieben, die restlichen Latten werden später montiert.
Die Seitenteile werden vorab nicht mit den Latten versehen, dieser Schritt erfolgt später und kann unnötige Arbeit ersparen. Es macht aber Sinn, wenn man jetzt schon die Stellen mit einem Bleistift anzeichnet, welche später die Haltelatten für den Deckel sein sollen. Hierzu legt man den Deckel auf eine Plane Fläche, stellt ein Seitenteil dicht neben den Deckel und markiert sich so ein Seitenteil nach dem anderen. Die Striche sollten 18mm unterhalb der Oberkante sichtbar sein. Siehe Detail letztes Bild. Der strich ist dann oben und innen, bei der Seitenteilmontage der Bretter bitte darauf achten.
Der nächste Schritt wäre nun eines der beiden kleinen Seitenteile an die Bodenplatte zu montieren. Hierzu ist es notwendig die Bodenplatte auf eine ebene Unterlage zu legen. Das erste Seitenteil wird nun senkrecht gegen die Bodenplatte und auf die Unterlage gestellt und jeweils mit 1 Schraube rechts und einer Schraube links fixiert. Es folgt die Vorder- oder Rückwand, mit welcher wir ebenso verfahren. Zum fixieren der Ecken, diese sollten auf allen Seiten bündig sein, werden nun 3 Schrauben benötigt. 2 Schrauben werden in die Bodenplatte geschraubt, 1 Schraube verbindet die erste obere Ecke. Schritt 3 und 4 gleichen den ersten beiden Schritten.
Vorab werden nur die Schrauben im unteren Bereich eingedreht, wobei eine Schraube in die Latte und die nächste Schraube in die Bodenplatte eingedreht wird. Das ganze dürfte dann in etwa so aussehen *+*+*+*+*+*+.

Einpassen des Deckels.
Die Platte für den Deckel sollte exakt so groß sein wie die Bodenplatte sonst habt Ihr ein Problem lol: Nun werden wieder 4 Konstruktionslatten gebraucht. die aber nicht auf Gehrung geschnitten sein müssen. Die Länge der Latten entspricht 1mm mehr, wie der Deckel lang/Breit ist. Diese Latten werden dann, mit der flachen Seite, innerhalb der Box an den Seitenwänden festgeschraubt, siehe Bild und den Strich, den Ihr schon auf den Seitenteilen gemacht habt. Beim fixieren der Latten ist darauf zu achten, dass diese um die Deckelstärke zurückspringen müssen, da der Deckel sich in die Box einfügt. Bei einer Deckelstärke von 18mm wären das also 18mm unterhalb der Oberkannte. Auch hier wieder alle Löcher vorbohren und auf den Schraubenabstand achten.
Sind alle 4 Latten angebracht, so empfiehlt es sich den Deckel provisorisch einzulegen. Noch ist Zeit zum richten oder ändern wenn was falsch gelaufen ist. Sollte der Deckel sehr schwer in die Öffnung passen, so empfiehlt es sich diesen ein wenig mit Schmiergelpapier seitlich abzuschleifen.
Nun werden weiter 4 Latten für die senkrechten Innenecken benötigt, diese kann man am Objekt selbst ausmessen und zuschneiden, auch hier ohne Gehrung. Diese Latten werden nun mit der schmalen Seite an die Vorder und Rückwand geschraubt. Das Eindrehen der Schrauben erfolgt von außen. Sind alle 4 Latten an Ort und Stelle und befestigt, so kann man alle noch fehlenden Schrauben eindrehen. Bitte vorbohren und lieber eine Schraube mehr wie eine zu wenig,

Bild

Konstruktionslatten auf der Ausenseite.
Zur Verstärkung der Bodenplatte, es kommt enorm viel Gewicht in die Farm, habe ich die Bodenfläche in 3 Teile eingeteilt und jeweils 1 Latte zwischen den umlaufenden Latten angebracht. Im Bild ist es 1d, 1c ist um 2 mal Lattenbreite länger als 1d und wird deckungsgleich auf die Latte 1d aufgeschraubt. Diese Latten stellen die Füße da und gewähren den Austausch von Luftsauerstoff.
Die Latten 1a werden jeweils an den langen Seitenwänden von außen aufgeschraubt, diese Latten reichen vom Boden bis zur Oberkannte der Box ohne Deckel. Auch diese Latten dienen der Verstärkung und verhindern ein ungewolltes Quellen der Bretter.
Mit dem Deckel verfahren wir ähnlich wie mit der Bodenunterseite. Die Konstruktionslattenwerden diesmal so angepasst das, jeweils die Hälfte der Lattenbreite auf dem Deckel aufgeschraubt wird und die andere Hälfte liegt frei auf dem Boxenrand.
Hier verzichten wir auf die beiden Latten 1b. 1C wird nun auf den rundumlaufenden Latten aufgeschraubt, so entsteht ein Hohlraum zwischen dem Deckel und der Latte 1C. Auf diese Weise erhalten wir eine Art Griff, mit dem wir leicht den Deckel abheben können.
Nun fehlen noch 2 Latten auf den Seitenteilen, diese dienen als Tragegriff und sollten montiert werden.

Bild

Nachfolgend einige Details,

Bild

Für die Mutigen, hier eine Stückliste,

Bild

Die Kiste ist fertig, herzlichen Glückwunsch

Sollten noch Fragen bestehen, oder etwas nicht verstanden werden, bitte einfach einen Tread eröffnen und drauflos fragen :D

Es versteht sich von selbst, dass ich keinerlei Garantie auf die Richtigkeit meiner Bauanleitung geben kann, ich bitte um Verständnis.

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Meine Erfahrung mit einer Holzbox

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 18. September 2011 10:43

Wer sich von euch für eine Holzbox als Wurmfarm entscheidet, sollte auch meinen Erfahrungsbericht hier lesen, irgendwie gehören diese Beiträge zusammen :lol:
Das Wichtigste fehlt noch, die Würmer. Diese kann man sich käuflich erwerben, entweder 500 oder 1000 Stück, allerdings kann man sich diese auch selbst züchten. Hierfür langt es, wenn man sich 1 Päckchen Kompostwürmer in einem Angelshop kauft und ähnlich verfährt wie ich es mit meinem Dendroexperiment gemacht habe. Den großen Vorteil hierbei sehe ich im langsamen heranwachsen der Farm. Ein weiterer Vorteil sind natürlich die Kosten, die in diesem Fall auch nicht unerheblich sind.
in bester Absicht, euer Kiko63505

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