Hilfe, meine Würmer flüchten.

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Moderator: Kiko63505

Hilfe, meine Würmer flüchten.

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 26. Dezember 2011 03:23

Hilfe, meine Würmer flüchten, das ist ein Hilferuf, den man bei Wurmfarmneulingen sehr oft liest. Kaum ein Neuling wird hiervon verschont.
Als erste Hilfe wird von "Fachleuten" :lol: eine Beleuchtung empfohlen. Diese wird für einige Tage oder Wochen entweder über Nacht, oder aber 24 Stunden, über einer offenen Wurmfarm platziert und verhindert so, das die Würmer nach oben kommen. Würmer sind Lichtscheu und somit wird zwangsläufig verhindert das sich Würmer aus dem Substrat trauen. Manch einer montiert sich auch eine LED Lampe innerhalb der Farm, was technisch nicht schwierig ist, aber es ist ein unnötiger Aufwand.
Nach einigen Tagen oder Wochen hat sich dieses Problem meist von selbst gelöst.
Nun flüchten? oder wandern? die Würmer aber auch nach unten und landen somit in der Wurmteeebene und oftmals überleben sie diese Flucht? oder Wanderung? nicht. Diese Ebene sollte am Anfang sehr oft kontrolliert werden, da sich hier schnell übelster Gestank bilden kann. Auch hier hat der eine oder andere schon ein LED Licht montiert, aber auch das sehe ich als unnötigen Aufwand an.
Die toten Würmer in der Wurmteeebene werden als "normaler Verlust" bezeichnet und dieser sollte so hingenommen werden... sagt man(n) :lol:.
Vermutungen, wieso und weshalb, die Würmer aus der Farm wollen gibt es einige, wirklich untersucht hat das aber meines Wissens nach noch niemand.
Schwingungen, ausgelöst durch Maschinen, oder das prasseln von Tropfen, Regen oder Dusche zB., werden oft benannt. Würmer reagieren zwar auf Schwingungen aller Art und es gibt Frequenzen, bei denen die Würmer tatsächlich in Panik geraten können, diese Schwingungen allerdings dürften im Wurmfarmalltag kaum vorkommen. Neben all den vermutlichen Ursachen liest man dann noch "eine Farm muss sich erst einfahren" oder "in der 2ten Generation haben sich die Würmer an Ihre Umgebung gewöhnt".

Die Aussagen anderer Wurmfarmbesitzer und "Fachleute" kann ich jetzt weder bestätigen noch wiederlegen. Meine Erfahrungen beruhen gerade mal auf 19 Monate Wurmfarmerfahrung.
In den ersten 6 Monaten diente eine Mörtelwanne als Wurmfarm. Diese wurde an den Seitenwänden mit einigen 10mm großen Löchern versehen, welche mit einem Gittergewebe abgedeckt wurden. Eine Ablauföffnung am Boden und ein Deckel aus Holz vervollständigten dieses Behältnis. Der Boden der Farm wurde mit einem 2 cm Drainagegranulat versehen, welches ich dann mit einem Vlies abdeckte. Ein Gemisch aus Erde, Kompost, Kalk und Bentonit diente als Substrat. Das Substrat kam gut 3 Wochen vor dem ersten Wurmbesatz in die Farm. Flüchtende Würmer gab es in diesem halben Jahr keine, jedoch konnte ich beobachten das immer einige Würmer die Seitenwände erklommen haben. Würmer in der Wurmteeebene gab es auch nicht, das Vlies verhinderte eine Wanderung nach unten.
Es folgte eine Wurmfarm aus Holz ohne Belüftungslöcher und rundherum geschlossen, eine Wurmteeebene gibt es nicht. In dieser Farm gab es bis heute keine Wurmflucht, auch habe ich bisher nie gesehen, das ein Wurm die Seitenteile bezwingen wollte. Der Besatz in dieser Farm stammte samt Substrat aus der ersten Mörtelwanne.
Weitere 4 Plastikeimer stehen mir seit einem halben Jahr als Versuchsfarmen zur Verfügung, auch hier gab es bis heute keine Wurmflucht. Jeder Eimer hat ca. 100 Löcher, welche ich mit einem 6 mm Bohrer in die Eimer gebohrt habe. Weitere Löcher im Boden und im Deckel ermöglichen das abfließen von Wurmtee und Luftzirkulation über den Deckel. Der Boden und die Seitenwände sind mit einem Vlies versehen, das Substrat war auch hier Erde mit Kompost gemischt.

Im wesentlichen besteht der Unterschied zwischen den Farmen mit Wurmfluchten und den meinigen aus dem darin befindlichem Substrat. Mein Substrat ist von Anbeginn an für die Würmer voll verwertbar, ich würde sagen es ist ein Futterparadies. Würmer folgen dem Futter, Würmer verlassen den Kompost wenn das Futter zu Ende geht. Es liegt also Nahe das in den neuen Farmen das Futter für die Wurmfluchten verantwortlich ist. Das Futter ist zu frisch und für die Würmer nicht verwertbar, es gibt also keinen Grund für die Würmer zu bleiben.
Schallwellen als eine Möglichkeit zur Flucht anzusehen, schließe ich auch weitgehend aus, meine Farmen stehen unmittelbar neben der Heizungsanlage im Keller. Pumpen und Brenner erzeugen beim Heizbetrieb doch erhebliche Schallwellen, meine Würmer stört das nicht. Waschmaschine und Trockner stehen, nur durch eine Tür getrennt, auch recht nahe bei den Wurmfarmen, auch das lässt die Würmer kalt.
Über die Würmer in der Wurmteeebene habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht und komme auch hier auf nur 2 Möglichkeiten. Entweder es ist das Futter, wie oben beschrieben, oder aber es ist der Hohlraum unter der ersten Ebene. Im Lebensraum der Kompostwürmer ist unten immer Erde und niemals ein Loch. Würmer durchforsten täglich das komplette Substrat, es ist also durchaus möglich das auf dieser Suche Würmer nach unten durchfallen. oder durch die Maschen kriechen ohne zu ahnen was sie dort unten erwartet.
in bester Absicht, euer Kiko63505

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