Komposttoilette und Humus

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Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 4. November 2017 23:33

auf den vielfachen Wunsche eines Mitgliedes eröffne ich mal ein neues Thema. Dieses Thema hat sein Ursprung in dem Beitrag Würmer hören nicht auf zu flüchten
Ihr seit alle eingeladen eure Meinung und Erfahrungen zu dem Thema bei zu steuern.

bitte ausführlich lesen Komposttoilette .... danke.
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Franca » 5. November 2017 02:38

Wenn der Platz in meinem Bad ausreichen würde (tut er leider nicht), würde ich glatt eine Komposttoilette aufstellen. Ich finde die Wasserspül-Toilette einfach schwachsinnig. Bestes Trinkwasser wird unbrauchbar gemacht, bester Dünger wird weggespült.

Ich kenne zwei Leute, die im Alltag mit Komposttoilette leben - der eine ist Architekt und hat sich sein Haus gleich so gebaut, dass unter dem Haus eine Art Komposthaufen ist, mit Belüftung. Der Urin wird getrennt gesammelt und gleich in verdünnter Form in sein Gewächshaus geleitet. Die Toilettensitze hat er selber aus Keramik gestaltet, mit Mosaiken, sehr schön und trotzdem sehr zweckmäßig. Es war absolut kein unangenehmer Geruch wahrnehmbar. Der Kompost hat eine konstante Temperatur von 15 Grad, es leben dort wahrscheinlich Tauwürmer, eher wenig Mistwürmer.

Die zweite Form der Kompostierung habe ich bei einer Familie erlebt, deren Haus nicht an die Kanalisation angeschlossen ist. Sie haben ein Kompostklo aus Plastik, wo man nach jedem Klogang Rindenmulch mit einer Schaufel hinterherwirft. Fest und flüssig werden nicht getrennt. Der Auffangbehälter hat eine Art Schornstein als Belüftung, mit einem eingebauten Computerlüfter. Auch bei diesem Klo war der Geruch nicht unangenehm, es roch einfach nach Rindenmulch. Alle paar Wochen wird der Behälter nach drauße getragen und der Inhalt im Garten vergraben.

Ich finde das Konzept "Kompostklo" einfach überzeugend. Schade, dass es bei so viele Leuten Vorbehalte dagegen gibt.
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 5. November 2017 10:28

Die Vorbehalte generell habe ich aufgrund der Tablettenmengen, die von vielen Menschen zu sich genommen werden.
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... Was kommt denn da hinten alles rauß?????????????????????? ... :cry:

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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Franca » 5. November 2017 14:05

Leider haben Versuche auch gezeigt, dass die Bedienung für viele Leute wohl auch zu kompliziert ist (gab mal ein Wohnprojekt in Berlin, da wurde das ausprobiert). Viele Leute werfen ja Dinge ins Klo, Plastik, Essensreste oder so, die Kompostierung unmöglich machen und sehr schnell starke geruchliche Folgen haben.
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Chris » 5. November 2017 17:43

Die Exkremente von Menschen sind für die weitere Nutzung nicht wertlos. Wer sie nutzen möchte, tut sie vorher nicht verunreinigen mit
Plastik oder anderem. Eine Verunreinigung mit Medikamenten, da müsste man auch abwägen. Manche nehmen oder bekommen auch
Placebo Tabletten, weil sie vernarrt sind oder werden sollen. Wie die Ausscheidungen zum Einsatz kommen muss jeder selbst entscheiden.
Auf jedem Fall könnten die Exkremente eine Nahrungsgrundlage für die Kompostwürmer sein. Manche Leute schaffen auch die Essensreste und
Gemüsereste in die grüne Tonnen. Bei mir kommen die zum Großteil auf den Kompost.

LG Chris
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 6. November 2017 09:08

Moin Chris,
Essensreste in der grünen Tonne werden in der Regel kompostiert und werden so dem Kreislauf wieder zugeführt. Essensreste auf dem Kompost hingegen können Ratten anlocken, das wiederum ist auch nicht wirklich Sinn der Sache.
Ich erinnere mich an einen Tag, an welchem mich eine Ratte, samt junge, aus dem Thermokomposter anlachte. Glaube mir, ich war mehr als nur erschrocken.
Kompost, welcher mit menschlichen Ausscheidungen versetzt ist, sollte 2 Jahre reifen. Auch das ist eine lange Zeit, welche dem Kompost nicht wirklich gut tut, er verliert an Wertigkeit.
Kompost hat eben viele Gesichter und Einsatzmöglichkeiten, angefangen von Mulchkompost bis hin zu reifem Kompost.
Wurmhumus hingegen ist ein fertiges Endprodukt, welches man dem Pflanzsubstrat beimischen sollte.
Verschiedene Beiträge hierzu habe ich schon veröffentlicht, siehe hier
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Franca » 6. November 2017 17:36

Ich sehe es auch so - es gibt verschiedene Arten von Kompost/Humus, und der reine Wurmhumus ist dabei der beste und feinste, sozusagen die Edelvariante.

Kompost aus Strauchschnitt und groben Gartenabfälle braucht oft zwei Jahre oder mehr, bis er "gar" ist, wenn man menschliche Exkremente und Strauchschnitt/ grobe Holzhäcksel vermengen kann, ergänzt sich das sehr gut.

Essensreste im Kompost - ja, lockt Ratten an, aber es ist schade, wenn man die guten Nährstoffe anderweitig entsorgen muss (Biotonne). Ich überlege daher, mir einen rattensicheren Kompost aus verzinktem Drahtgeflecht zuzulegen. Diese Komposter haben feine Drahtmaschen, durch die Würmer und andere Kleintiere hindurchschlüpfen können, Ratten und Maulwürfe jedoch nicht. Oben drauf ist ein Deckel, so dass die Ratten nicht hineinklettern können.
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 6. November 2017 20:14

Hallo in die Runde,
wie schon gesagt, Kompost ist ein großes Themengebiet, man muss sich immer erst die Frage beantworten.... was will ich eigentlich?
Wurmhumus ist im Prinzip kein Kompost mehr, es ist natürlicher Dünger wie Ihn die Natur produziert. Kleine Mengen reichen schon, um beachtliche Ergebnisse zu erzielen. In dem Fall stimmt es mal wieder...viel hilft nicht viel.
Hier mal ein Link zu meinem Thermokomposter.

Wer sich nun 30 Minuten Zeit nimmt, sollte mal in Ruhe hier reinschauen.
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Re: Komposttoilette und Humus

Ungelesener Beitragvon Eberhard » 5. Dezember 2017 21:03

Wurmbär hat geschrieben:Die Vorbehalte generell habe ich aufgrund der Tablettenmengen, die von vielen Menschen zu sich genommen werden.
Zucker, Herz, Blutverdünner, Magen, Kreislauf, Verdauung, Schlafmittel, Aufputschmittel, Mulitkultivitamin synth.
... Was kommt denn da hinten alles rauß?????????????????????? ...

Vielleicht sollte man nicht nur auf das Wohlergehen der Würmer achten, sondern auch ein wenig auf das eigene Wohlergehen. Vielleicht mal ein Apfel oder etwas Gemüse aus dem eigenen wohlversorgten Garten statt der löffelweise eingenommenen Mittel, die wohl an irgendeiner Stelle helfen (sollen), aber auch andererseits Gleichgewichte stören und den Organismus schädigen. Was man selber und was die eigene Familie zu sich nimmt, kann man ja größtenteils beeinflussen, damit dann auch, was hinten raus kommt.

Kiko63505 hat geschrieben:Essensreste in der grünen Tonne werden in der Regel kompostiert und werden so dem Kreislauf wieder zugeführt. Essensreste auf dem Kompost hingegen können Ratten anlocken

Das heißt dann, der Entsorger der Tonne kann intelligenter kompostieren als der engagierte Heimkompostierer? Das würde mich nachdenklich stimmen.

Desweiteren sollte man durchaus beachten, dass Essen (Lebensmittel) zum Essen da sind, nicht zum Wegwerfen. Wer da also nennenswerte Massen an Resten erzeugt, sollte seine Überlegungen eins, zwei Schritte vorher beginnen. Zudem ist nicht uninteressant, wie das Mengenverhältnis Speisereste zu sonstigem Kompostiergut ist. Auf meinem Komposthaufen (offener Stapel) haben neugierige Hunde und hungrige Katzen aus der Nachbarschaft keine Freude und ziehen enttäuscht wieder ab, Ratten, die in irgendeiner Weise spürbar werden, kenne ich nicht. Selbstredend ist mein Komposthaufen etwas größer, so etwa 3 x 1,4 x 1 Meter. Da kann man Problemabfälle auch gleich mal verteilen und eingraben und so dem Zugriff entziehen sowie auch durch die innere Aktivität (Wärme, Mikroben, Feuchte) zügig in eine Umsetzung und Rotte bringen. Natürlich sollte auch da nicht gerade ein ganzer Schweinekopf als Essensrest betrachtet werden. Der würde dann das örtliche Milieu drastisch in Richtung Fäulnis verschieben.
Mit freundlichem Glück Auf!
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