Knochenmehl bedenklich?

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Knochenmehl bedenklich?

Ungelesener Beitragvon Bajus » 28. Februar 2012 13:05

Hallo Wurmfans,

in Hinblick auf einen vollwertigen Humus, habe ich mich Zusatzstoffen beschäftigt.

Als Stickstoff Lieferant habe ich von Compo ein Horn und Knochenmehl gefunden (z.b. hier: http://www.amazon.de/Compo-1264102-Horn--Knochenmehl-Beutel/dp/B0009581T8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1330426688&sr=8-1).
Ich dachte ich gebe unregelmäsig etwas von diesem Pulver hinzu, für ein vollwertigeres Endprodukt.

Nun hab ich aber gelesen, das Knochenmehl ein Risiko wegen BSE darstellt.
(ich möchte mit dem Humus mein Gemüse, Chilis usw düngen)

Nun sagt doch mal. Mach ich mir zuviel Gedanken, macht das Sinn, ist totaler Quatsch oder Wurmhumus 2.0?

Das Problem ist, das die Informationen aus dem Netz mal das eine mal das andere behaupten.

Am ungefährlichsten ist Knochenmehl, wenn man es nicht auf die Pflanzen aufbringt, sondern es in die Erde einmischt. Die Pflanzen können die Nährstoffe nur in mineralischer Form verwerten. Es ist nahezu unmöglich, dass die Pflanzen ganze Eiweiße wie den BSE-Erreger aufnehmen.

Quelle: http://www.hausgarten.net/gartenpflege/duengung/knochenmehl.html

Klingt für mich irgendwie logisch.
Bei mir würde das Mehl ja auch noch von den Würmern zersetzt werden.

Was meint Ihr zu dem Thema? Sollte ich lieber andere Zusatzstoffe nehmen? Oder ganz weglassen und nur Bentonit und Kalk neben dem normalen Biomüll hinzugeben?

Vielleicht hat sich ja schonmal jmd mit dem Thema beschäftigt.

Ich freue mich auf Eure Antworten.

LG
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Re: Knochenmehl bedenklich?

Ungelesener Beitragvon Bajus » 28. Februar 2012 15:57

Hallo nochmal :)

ich habe nun einfach bei Compo angerufen und mal gefragt: Wie ist denn das nun mit dem BSE. ;)

Info von Compo ist, das das "Mehl" ca. 1 Stunde bei 100° - 133°C Kerntemeratur und 3 Bar Druck erhitzt und so sterilisiert wird.
Soll absolut unbedenklich sein.

LG
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Re: Knochenmehl bedenklich?

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 28. Februar 2012 16:35

Hallo Bajus,


Hier mal ein Link zu Blutmehl

Dein Anruf bei Compo war eine gute Entscheidung, auch ich hätte jetzt gegen den Einsatz von Knochenmehl nichts einzuwenden. Den Einsatz dieser Dünger allerdings sollte jeder für sich selbst entscheiden.
In meinem obigen Link wird auf die Langzeitwirkung dieser Dünger hingewiesen, also bitte vorsichtig dosieren. In der Wurmfarm dürfte weder das Knochenmehl noch das Blutmehl schaden anrichten, eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Allerdings ist auch hier die Menge wichtig die zum Einsatz kommt. Man kann Wurmhumus zwar aufwerten, allerdings muss man dann weniger Wurmhumus zu den Pflanzen geben. Generell vertrete ich sogar die Meinung, das man öfter kleinere Mengen als Dünger gibt wie ab und an etwas mehr.
Knochenmehl ist ein Kalium Phosphorlieferant, Phosphor ist meistens genug im Substrat enthalten. Es ist also zu überlegen welche Pflanzen Du mit diesem Dünger versorgen möchtest. Sofern Du Knochenmehl verarbeiten möchtest bietet es sich an ebenfalls Hornmehl oder Blutmehl mit zu verarbeiten, beides sind Stickstofflieferanten.
Halte uns bitte auf dem Laufenden in dieser Sache
in bester Absicht, euer Kiko63505

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Re: Knochenmehl bedenklich?

Ungelesener Beitragvon Bajus » 28. Februar 2012 18:19

Hey Kiko,

danke Dir für den Link und die Antwort. Werde mir wohl mal einen Beutel zulegen und das testen.
Meinen Würmern nur das beste :D

Das Compo Zeug ist eine Mischung aus Hornmehl, Knochenmehl und Blutmehl. Sollte alles drin sein.

Welche Pflanzen? Das sind ganz verschiedene :)

Dieses Jahr unter anderem:
- asiatische Moringa
- diverse Chilis
- mexikanische Mini Gurke
- Spearmint
- Erdbeerminze
- Lakritztagetes
- Erdbeeren (Wild)
- Kapuzinerkresse
- Himalaya-Geißblatt
- Damaszener Kümmel
- Ashitaba
- Sonnenblumen
- Stevia
- Tabak
- uvm

Ich wollte jetzt keinen Humus für eine spezielle Planze, sondern den Humus generell verwenden.
Muss dann halt schauen, welche Pflanze wieviel benötigt.
Aber das wird dann die Praxis zeigen.

Ich bleib am Ball und reporte :)

LG
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Re: Knochenmehl bedenklich?

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 28. Februar 2012 19:13

Für Dein Vorhaben wünsche ich Dir vorab viel Glück und eine gute Ernte.

Immer den richtigen Dünger, die richtige Düngemischung, für die Pflanzen zu haben ist ein Wunschtraum, der mit biologischen Düngern kaum zu erfüllen ist. Die NPK Werte im Kompost und im Wurmhumus sind immer abhängig vom Ausgangsmaterial, welches wir selbst bestimmen. Es ist also wichtig den Nährstoffbedarf der Pflanzen und den Wert des Ausgangsmaterials zu kennen. Auf diese Art kann man den Kompost oder den Wurmfarminhalt recht gut bestimmen und sogar spezielen Pflanzendünger herstellen.
Als Beispiel mögen meine über alles geliebten Tomaten dienen... gebe ich ausschließlich Tomatenabfälle in meine Wurmfarm, so wäre das Ergebnis ein 100%igerTomatendünger :lol:
Ungeachtet dessen, Mineralien (Bentonit, Kalk, Steinmehl usw.) müssen immer mit in die Wurmfarm gegeben werden.
in bester Absicht, euer Kiko63505

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Re: Knochenmehl bedenklich?

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 21. April 2012 05:59

Moin in die Runde,

Wie heißt da ein Sprichwort... "Der frühe Vogel frisst den Wurm" , oder, wer Hunde hat ist oftmals auch früh auf den Beinen und ausschlafen an freien Tagen ist eher selten.

@ Bajus,

Das Thema Knochenmehl ist mir heute nochmals ins Auge gesprungen und ich möchte hierzu noch einige kurze Sätze los werden.
Knochenmehl selbst ist eine sehr gute Sache und sicherlich auch unbedenklich wenn es um BSE geht. Knochenmehl allerdings ist ein starker Phosphor - und Kalium/Kalzium Lieferant. Kalzium im Substrat spielt jetzt eher eine untergeordnete Rolle, Phosphor und Kalium allerdings sind wichtig. Ebenso wichtig allerdings ist auch die Menge dieser Düngestoffe im Substrat, diese darf auf keinen Fall zu hoch sein. Phosphor und Kalium sind in der Regel genug im Substrat und die meisten Pflanzen in privater Hand sind mit diesen Stoffen überversorgt. Die Beimischung von Knochenmehl sollte also wirklich nur sehr sorgsam/sparsam erfolgen.

Kalk, auch das ist eine gute Sache, sowohl im Garten als auch in einer Wurmfarm. Aber auch hier ist es wichtig zu wissen, dass man es nicht übertreiben sollte... soviel als muss, so wenig als geht. "Kalk sorgt für reiche Väter und arme Söhne". dies besagt ein altes, aber wahres Sprichtwort. Vorratskalkung ist somit eher unsinnig.
in bester Absicht, euer Kiko63505

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