Literatur rund um Kompost und Humus

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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 16. Juli 2011 12:31

Kiko63505 hat geschrieben:Möglicherweise gelingt den Forschern ja auch hier ein Durchbruch, aber bis dahin sollten wir das natürliche so hinnehmen wie es eben derzeit ist.

Dann wäre die Welt eine Scheibe geblieben. Bild

Gruß
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 20. Juli 2011 15:42

Wurmbär hat geschrieben:Seit Wochen beschäftigen mich die Ton-Humus-Komplexe. Gleichzusetzen mit Dauerhumus ... Ja oder ja?


Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: N E I N

Zitate aus Wiki "Humus" "Ton-Humus-Komplexe" "Bodenkolloide" und BISZ

1. Bodenkolloide sind grob verteilte Bodenteilchen, welche überwiegend negativ geladen sind. Dadurch binden sie vorwiegend Kationen und nur wenige Anionen. Bestände keine Bindung zwischen Ion und Bodenkolloid könnte das Ion ausgewaschen werden.

2. Ton-Humus-Komplexe (BISZ)
Humus hat die Fähigkeit, Bodenteilchen miteinander zu verbinden und dadurch ein stabiles Aggregatgefüge zu erzeugen.
Beispielhaft sei hierbei auf die Bindung von Calcium zwischen Tonteilchen und Huminstoffen hingwiesen. Dabei bildet Calcium eine Brücke und neutralisiert gleichzeitig die negative Ladung des Tonminerals und des Huminstoffmoleküls.
Diese Verbindung wird auch als Ton-Humus-Komplex bezeichnet. Sie führt zu einer stabileren Bodenstruktur (Krümelstruktur). Damit einhergehend verbessert sich der Luft- und Wasserhaushalt und erhöht sich die Aktivität der Mikroorganismen. Die Pflanzen finden auf lockeren, garen Böden optimale Lebensbedingungen.

3. (Wiki) Ton-Humus-Komplex bezeichnet in der Bodenkunde die Aggregatbildung von organischen Fragmenten wie Huminstoffen mit anorganischen Partikeln wie Tonmineralen durch Wasserstoffbrücken oder Einlagerung von metallischen Kationen.[1] Sowohl Tonminerale als auch Huminstoffe sind Bodenkolloide. [2] Huminstoffe sind in der Lage, einzelne Bodenpartikel zu einer Krümelstruktur zu verbinden und damit das Bodengefüge zu stabilisieren. Solche Aggregatgefüge werden aus Tonkolloiden durch die Verbindung von Calciumbrücken mit Huminstoffen in humosen Oberböden gebildet. Die entstehenden organo-mineralischen Verbindungen werden als Ton-Humus-Komplex oder Kalk-Ton-Humus-Komplex bezeichnet.
4. Humus (lateinisch „Erdboden“) im engeren Sinne bezeichnet in der Bodenkunde die Gesamtheit der toten organischen Substanz eines Bodens.[1][2][3][4] Der Humus ist Teil der gesamten organischen Bodensubstanz. Er unterliegt vor allem der Aktivität der Bodenorganismen (Edaphon), die durch ihre Stoffwechselaktivitäten laufend zum Auf-, Um- oder Abbau des Humus beitragen. Im engeren Sinne wird in der Fachliteratur nur der zersetzte organische Anteil im Boden als Humus bezeichnet.[5] Da die jeweiligen Umwandlungsstufen fließend sind, ist eine genaue Abgrenzung nicht möglich.

5. Dauerhumus [Bearbeiten]Im Gegensatz zum Nährhumus wird der Dauerhumus nur sehr langsam abgebaut. Er entsteht aus organischen Substanzen mit Hilfe von Bodentieren und Mikroorganismen. Dauerhumus bildet zusammen mit dem Ton die Kolloidsubstanz des Bodens. Er kann somit sowohl Wasser als auch Nährstoffe binden und wieder an die Pflanzen abgeben. Das Wasser- und Nährstoffbindungsvermögen beträgt ein Vielfaches von dem des Tones. Er ist ein wesentliches Bau- und Stabilisierungselement des Bodengefüges. Der Dauerhumus stellt den größten Teil der organischen Substanz des Bodens (im allgemeinen über 90 %) und enthält die Hauptmasse des Bodenstickstoffs. Er verursacht die dunkle Farbe des humosen Oberbodens und fördert so die Erwärmung der Bodenoberfläche. Durch seine Eigenschaften bestimmt der Dauerhumus maßgeblich die Bodenfruchtbarkeit.

Oder in Kürze:

Humus an sich ist tote organische Masse (pflanzlich/tierisch) und beinhaltet somit nicht den mineralischen Teil. Dummerweise besteht die organische Masse aber auch aus mineralischen Anteilen (Skelett, Spurenelemente ...). Vielleicht muß hier zwischen mineralischen Anteilen aus organischer Masse und mineralischer Masse (Gesteinsschichten) unterschieden werden. Aber egal ... die Ton-Humus-(Kalk)-Komplexe sind nur ein Teil vom (Dauer)humus, da sie aus diesem gebildet werden. Sagt doch schon der Name - oder?

Das Edaphon ist lebendige organische Masse, die sowohl mineralisiert ... als auch den Humus und die Ton-Humus-(Kalk-)Komplexe entstehen läßt ...

Vielleicht finde ich es irgendwann und irgendwo mal ganz einfach erklärt. Ich könnte die Francé-Harrar-Wälzer nochmals durchlesen ...

Gruß
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 20. Juli 2011 21:08

Hallo Wurmbär,

hast gut recherchiert, Gratulation für diesen Beitrag. Könntest glattweg eine Namensänderung von Wurmbär zum Humusbär beantragen :lol:

Mir ist bekannt das Du sehr reges Interesse an diesem Thema hast und Du Dich auch sehr darum bemühst alles richtig zu machen. Vieles von den genannten Beiträgen ist sehr schwer zu verstehen und noch schwerer in die Tat umzusetzen. Die genannten Beiträge selbst sind mir auch bekannt und ich habe diese mehr als nur einmal gelesen und nicht nur diese.
Die von Dir genannten Beiträge haben letztendlich auch dazu geführt, das ich Bentonit in meine Wurmfarm gebe, in der Hoffnung so einen guten Wurmhumus zu erhalten. Wurmhumus in Form von Langzeithumus oder auch Ton- Humus-Komplex genannt, denn für mich ist das letztendlich das gleiche. Allzu wissenschaftlich will und kann ich das jetzt auch nicht sehen, auch habe ich hierfür nicht das nötige Studium. Ich weiß das Humus aus einem Komposter ein guter Humus ist und das Humus aus einer Wurmfarm der etwas bessere Humus ist. Vergleiche bei meinen Pflanzen belegen das schon rein optisch, andere Auswertemöglichkeiten stehen mir leider auch nicht zur Verfügung.
Für mich gibt es in dieser Sache noch andere Gesichtspunkte, die unterm Strich gut und umweltfreundlich sind. Ich führe hauseigene Kompostabfälle direkt meinen Pflanzen zu, Ich spare dadurch Dünger und dünge auf natürliche Art und Weise und führe so dem Garten und den Pflanzen und der Umwelt weniger Schadstoffe zu.
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 21. Juli 2011 22:59

Literatur rund um Boden und Humus

( Hallo Wurmbär,
sorry,ich habe Deinen Titel abgeändert, dieser sah einem Link zum verwechseln ähnlich. Kiko63505)

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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 24. Juli 2011 05:31

Moin zusammen,

Obige Diskussion mit Wurmbär hat mich veranlasst weitere Nachforschungen in Sachen Kompost, Humus usw. zu betreiben.

An dieser Stelle muss ich Wurmbär einmal recht geben, Dauerhumus ist was anderes als Ton-Humuskomplexe.

Nun bin ich auch fündig geworden und muss sagen dass ich darüber jetzt garnicht glücklich bin. Nehme ich das gelesene nun ernst, so muss ich zugeben das viele meiner Antworten in der Vergangenheit Sachinhaltlich nicht richtig waren. Ich gehe noch einen Schritt weiter und frage mich " Hat dieses Forum noch eine Berechtigung"

Ich kopiere mal die Gretchenfrage direkt hierhin:
• Kann man im Kompost von Humus sprechen?
Nein. Im engeren Sinne kann die Kompostierung nicht als Humifizierung bezeichnet werden.


Mehr zu diesem Thema hier

edit Wurmbär: das Dokument hat eine sehr lange Ladezeit ... bitte beachten.
Zuletzt geändert von Wurmbär am 30. Juli 2011 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: siehe edit, wg. langer Ladezeit des Dokuments ...
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 24. Juli 2011 17:56

Danke, Kiko, die Seite von Organic ePrints ist super ...

.
Und hier noch einmal ein sehr schön bebildeter und interessanter Link

Humus und Kompost und Boden
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 30. Juli 2011 20:08

@ all

hier noch ein Büchlein über Bodenökologie ...
es geht immer noch um meine Ton-Humus-Klompexe und alles drum herum ...

Hat auch nur 77 Seiten.
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon capra3x3 » 16. Januar 2013 18:39

Hallo Ihr Wurmbändiger
In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, habe ich ein tolles Buch über den Kompost gefunden, und gelesen wie einen Krimi.
Das Thema " Kompost " war mir auch damals schon wichtig, obwohl ich zu dieser Zeit gar keinen Garten hatte. Das Buch ist geschrieben von dem sehr erfahrenen Gartenarchitekten
ALWIN SEIFERT und der Titel lautet
GÄRTNERN, ACKERN - OHNE GIFT.
Biederstein Verlag in München,
ISBN Nummer 3 7642 0150 9.
Sicher wird es nicht mehr im normalen Buchhandel zu bekommen sein, aber antiquarisch auf jeden Fall, da es in 200 000 Auflage gedruckt worden ist.
Es ist sicher der Mühe wert.
Der Wurm mit Euch sei (Meister Joda)
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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 17. Januar 2013 18:52

Hallo Capra,

danke für den Tipp!

Kompost und Humus erlangen auch bei mir immer mehr an Bedeutung. Giftfrei, das ist so eine Sache, die Umweltgifte die derzeit im Umlauf sind kommen auch mehr oder weniger in unseren Garten. An dieser Tatsache können wir nicht wirklich was ändern. Was wir wirklich beeinflussen können, ist auf Gifte käuflicher Art zu verzichten. Dazu gehören unter anderem auch Dünger, denn diese werden oftmals in Überdosen ausgebracht.

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Re: Literatur rund um Kompost und Humus

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 28. Oktober 2017 16:53

Hier noch ein Buch über den

Bio-Garten

mit Hinweisen zu Kompost, Wurmhumus, Fruchtfolge usw.

https://de.scribd.com/doc/181354532/Der-Bio-Garten

zum herunterladen auf den Rechner.

Viel Spaß beim schmökern

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