Kompostwürmer und Kälte

Fragen und Antworten rund um den Kompostwurm.

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Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 5. Januar 2013 20:50

Hallo in die Runde,

Das Thema Kälte und Wärme ist ein wichtiges Thema wenn es um Kompostwürmer geht. Wurmfarmer, die ihre Kompostwürmer in Kisten oder sonstigen kleineren Gefäßen hältern wollen oder müssen, sind von diesem Thema stark betroffen. Im Sommer steigen die Temperaturen im Substrat recht schnell auf 30° C und mehr, was für die Kompostwürmer eine lebensbedrohende Situation bedeuten kann. Ortswechsel oder gut beschatten ist hier angesagt.
Im Winter ist es genau umgekehrt, hier fallen die Temperaturen in einer freistehenden Wurmkiste recht schnell unter 0° C, was ebenfalls eine lebensbedrohende Situation darstellt. Auch hier ist ein Ortswechsel angesagt um ein Massensterben zu verhindern.
Ich selbst betreibe eine Wurmkiste und einen Wurmkomposter. Die Wurmkiste steht im Sommer unter dem überdachten Freisitz im Garten und im Winter im Keller. Sollten im Sommer die Temperaturen stark ansteigen, so packe ich die Kiste dick mit Wintervlies zu, so verhindere ich das starke ansteigen der Temperaturen. Im Keller herrschen Temperaturen um 10° C, was den Würmern noch bestens bekommt.
Anders sieht es in meinem Wurmkomposter aus, dieser ist Sommer wie Winter den Außentemperaturen ungeschützt ausgesetzt. Die Kompostbewohner sind somit den Jahreszeiten ungeschützt ausgesetzt und sterben sogar, wenn die Temperaturen das Minimum unterschreiten, oder das Maximum übersteigen. Im Komposter selbst herrschen unterschiedlich Temperaturen und die Würme können sich in Zonen zurückziehen, in denen das Überleben für eine gewisse Zeit gesichert ist.
Was aber ist, wenn der Komposter durch und durch friert, das kann in der Regel kein Wurm überleben. Hier hat die Natur allerdings vorgesorgt, indem sie die Wurmkokon "Kälte und Hitzefest" ausgestattet hat, natürlich nur im Rahmen der üblichen Jahreszeitlich bedingten Temperaturen.
Fallen im Spätherbst die Temperaturen stak ab, so müssten die Kompostwürmer verstärkt Nachwuchs produzieren um die Art zu erhalten, ähnliches müsste auch bei stark ansteigenden Temperaturen geschehen, zumindest wenn diese in einem angemessenen Zeitraum stattfindet.
Der diesjährige Winter, ein bis jetzt noch recht milder Winter, hat mir visuell bestätigt, dass die Kompostwürmer sehr viele Kokons im Spätherbst produziert haben. Die derzeitigen Temperaturen signalisieren den Jungwürmern in den Kokons "schlüpfen, schlüpfen und nochmals schlüpfen". In meinem Komposter wimmelt es derzeit von Jungwürmern, was ich bisher in einem derartigen Ausmaß noch nicht gesehen habe. Bitter könnte diese Tatsache allerdings noch werden, wenn es schnell richtig kalt wird und alles zusammenfriert. Die Jungwürmer würden erfrieren und Kokons haben diese sicherlich noch nicht produzieren können.
Will ich im Frühjahr mit einer guten Wurmpopulation im Komposter anfangen, so wäre es angebracht, jetzt einen Eimer mit Jungwürmer im Keller zwischen zu lagern.

Alles, was man irgendwann mal gelesen hat, hinterlässt niemals einen derartig tiefen Eindruck als wenn man es selbst erlebt oder gesehen hat.

Letztendlich ist es nichts Neues, dass sich die Natur im Herbst schon auf das nächste Frühjahr vorbereitet, es wird gestorben um neu anzufangen. Samen werden ausgesät, Wurmkokons werden produziert und das setzt sich in allen Dingen in der Natur so fort.

Diese Tatsache lässt mich jetzt vermuten...

" Setze ich eine Wurmfarm einem künstlich herbeigeführten langsamen Temperaturabfall aus, ähnlich wie es im Spätherbst an der Tagesordnung ist, so müssten die Würmer anfangen Kokons zu produzieren. Erhöht man dann langsam die Temperaturen, so müssten sich viele viele Jungwürmer in einr Farm zeigen. Für Wurmzüchter wie Angler zB., sehe ich hier zumindest eine Chance den Wurmbestand zu erhöhen."
in bester Absicht, euer Kiko63505

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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon mia » 12. Januar 2013 00:41

Huhu Kiko, :-)

ich hab zur Winterzeit keine Würmer im Keller zwischengelagert. Dazu bin ich gar nicht gekommen. Aber der Komposter steht gut, bis jetzt ist es ja mild, und selbst wenn es ein paar Frostgrade gäbe, würde er, glaube ich, nicht sofort innen gefrieren. Er steht an der Wand einer mitunter von innen beheizten Garage, der ältere Nachbar erledigt da diverse Bastelarbeiten. Ich hoffe, dass das reicht. Ich hoffe, dass eine keine strengen Frostnächte in diesem Winter geben wird, keinen Schnee - ich habe eine urlange Straßenfront zu fegen :shock: - und dass meine Würmlis im Frühjahr von selbst wieder zu neuem Leben kommen.
Ich habe mich hier jetzt mal angemeldet, denn ich will, glaube ich, hier auch etwas schreiben. Soviel sei aber gesagt: Es wird nicht nur Würmer betreffen, sondern auch andere Vorgänge in der Natur. ;)

Dir und Euch anderen in diesem Forum einen lieben Gruß,
Mia
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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 12. Januar 2013 07:15

Moin Mia,

Herzlich willkommen im Forum!

1) Ich möchte mich an dieser Stelle bei Dir für die schönen Wurmkarikaturen bedanken.
2) Für die viele Arbeit mit den Bildern, eine Leistung die für bisherige Nichtmitglieder nicht zu erwarten gewesen wäre, wird der Titel Ehrenmitglied verliehen.
3) ich kenne deine ausführliche Art Beiträge zu schreiben und freue mich schon jetzt auf den einen oder anderen Beitrag von Dir.

Der Frost ist im Moment noch nicht wirklich gefährlich, kann es aber werden, wenn das Substrat durchfriert. In diesem Fall würden die meisten Würmer erfrieren und das Wurmfrühjahr würde verspätet an den Start gehen. Je höher der Schutz des Komposters ist, Abdeckung oder geschützter Standort z.B., um so länger und sicherer überleben die Würmer. Das betrifft aber nicht nur die Würmer sondern alle anderen Kompostbewohner.
Eine wirklich sichere Methode zum Frühjahr einen guten Wurmstart hinzulegen ist das einlagern von Würmern im Keller bei ca. 10°C.

Nochmals willkommen und einen schönen Tag

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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 19. Januar 2013 13:38

Samstagmittag ist es, es ist Eiseklat draußen und wir haben schon einige Tage Minusgrade. Ich habe eben meinen Küchenmüll in den Komposter befördert, in der Hauptsache sind es Kaffeefiltertüten mit Inhalt und Obst- und Salatreste. Trotz der Kälte ist der Komposter nur leicht an der Oberfläche eingefroren, es sind nur wenige Millimeter. Direkt unter dieser gefrorenen Schicht sind die Kompostwürmer noch immer aktiv. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, keinen der Würmer zu Gesicht zu bekommen, so kann man sich täuschen.

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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 2. Februar 2013 19:49

Am heutige Tage war ich nach der Frostperiode, mehrere Tage im 2 Stelligen Minusbereich, das erste mal wieder am Komposter. Der Komposter war wieder aufgetaut, zumindest an der Oberfläche und was mich erstaunt hat... es waren Würmer am leben. Wie immer diese Würmer den Frost überlebt haben, ist mir noch unklar, aber allem Anschein nach vertragen sie die kalten Temperaturen besser als man annimmt.
Die Würmer sind zwar noch recht träge, aber sie sorgen schon jetzt für Humusumsatz und bereiten so den Frühling für die Pflanzen vor.
Heute habe ich mir die Frage gestellt, ob es denn sinnvoll ist, über den Winter eine Wurmfarm zu betreiben. Es gibt nicht wirklich viele Pflanzen, die im Winter den wertvollen Wurmhumus brauchen, denn die meisten Pflanzen haben entweder Winterruhe oder aber sie haben ihren Stoffwechsel an die Temperaturen angepasst. Wurmhumus auf Vorrat für die Zimmerpflanzen zu produzieren, mag zwar was gutes haben, aber abgelagerter Wurmhumus verliert ständig an Qualität. Das allerdings trifft auf jede Humusform zu und ist Kreislaufbedingt.
Pflanzenliebhaber, ohne Garten, kommen allerdings ohne eine Wurmfarm im Winter nicht über die Runden, letztendlich müssen sie Ihren anfallenden "Biomüll" sinnvoll verwerten. Ich hingegen habe die Erfahrung machen dürfen, dass man auch im Winter den Kompost befüllen kann, auch wenn es Temperaturbedingt wenig Umsatz gibt, so ist doch Leben Pur vorhanden.

euch allen einen schönen Sonntag noch.

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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 17. Februar 2013 12:49

Ein weiterer Kälteeinbruch, diesesmal im einstelligen Minusbereich ist nun auch vorüber und auch hier kann ich nicht feststellen dass es den Kompostwürmern wirklich geschadet hat. Noch immer sind die Würmer recht träge und somit wird kaum Kompost umgesetzt. Milben und Enchyträen sind ebenfalls sichtbar und aktiv, letztendlich dürfte das dann auch auf die Mikros zutreffen.
Mit einem weiteren Kälteeinbruch, der das Kompostleben richtig stört, rechne ich jetzt nicht wirklich mehr. Mit anderen Worten, so langsam aber sicher kann man im Garten schon die ersten Vorbereitungen treffen.
Ich denke in den nächsten 2 Wochen werde ich auch meine Wurmfarm neu befüllen und wieder in Betrieb nehmen. Diese Farm, zu 99,9%aus Holz, stand den ganzen Winter über im freien, war allerdings überdacht. Ich bin mal gespannt wie die Box den Winter überstanden hat. Mehr dazu dann in einem neuen Bericht, in welchem ich auch auf die Befüllung der Farm eingehen werde.
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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Kiko63505 » 24. Februar 2013 12:29

Nachtrag zum vorherigen Beitrag...

Hallo in die Runde,

Vor einer Woche habe ich den vorherigen Beitrag geschrieben und auch einige Bilder gemacht. Die Bilder selbst konnte ich nicht von der Cam auf den PC überspielen, da mein Kabel defekt war. Heute hole ich das nun nach und zeige euch die Bilder von letzter Woche.

Im ersten Bild sieht man den Komposter nach dem öffnen des Deckels. Generell habe ich Sommer wie Winter ein dünnes Vlies über dem Kompostinhalt liegen, das hat sich so ergeben und hat sich bewährt. In der kalten Jahreszeit häufen sich natürlich die Küchenabfälle, welche man als erstes sieht wenn man das Vlies anhebt.

Bild

Wie man auf diesem Ausschnitt sieht, tummeln sich einige Würmer direkt unter dem Vlies und lassen es sich auch bei der Kälte gut gehen.

Bild

Nimmt man nur die ersten cm Kompost in die Hand sieht man was sich da so alles aufhält.
Kälte und Frost, im erträglichem Bereich kann Kompostwürmer nicht wirklich von ihrer Arbeit abhalten.

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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon HorstHip » 6. April 2017 12:04

Huhu,
habe eine Wurm-Kiste (Eimerstapelsystem) auf dem Balkon, über den Winter habe ich diesen in einen Abstellraum gestellt, da ich die Aktivität der Würmer auch weiterhin gewährleistet haben wollte. Jetzt stehen sie draußen und sind sehr aktiv (5-12° Außentemperatur)

In der Kita habe ich mit den Kids ebenfalls einen Wurm-Komposter angelegt. Wegen mangelnder Möglichkeiten diesen rein zu stellen hat er draußen überwintert. Zwischenzeitig haben wir keinen Wurm mehr entdecken können (der Kompost war an den Seiten eingefrohren).
Ich hatte schon die Befürchtung, dass alle verendet sind.

Jetzt wo die Temperaturen wieder etwas angestiegen sind tummeln sich die Würmer allerdings auch wieder in der Kiste in der Kita (es müssen wohl doch einige überlebt haben) sie sind geschlechtsreif und vermehren sich. Toll! Ggf. ist durch den verrottungsprozess etwas Wärme entstanden. Je größer die Kiste um so unbedenklicher ist das überwinternd draußen. (Allerdings war dieser Winter auch recht mild)

Lg Katharina
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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 1. Oktober 2017 11:58

Hm,

habe jetzt von einigen Leuten gehört, deren Komposter wurmmäßig nicht durch die Kälte des letzten Winters gekommen ist.
Im Komposter waren im Herbst noch sehr viele Würmer, jedoch dieses Jahr war wurmmäßig auch im neueren Komposter nichts mehr los.
Auch Kaffeelockversuche und sonstige Tricks hatten keine Zuwanderung gebracht. ... Im Gegensatz zu außerhalb des Komposts ...

Gruß
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Re: Kompostwürmer und Kälte

Ungelesener Beitragvon Chris » 23. Oktober 2017 20:09

Mit den Regenwürmern habe ich keine Probleme, die über den Winter zu bekommen. Ich habe eine größere betonierte Erdgrube mit Abdeckung, in der die Regenwürmer vor
Maulwürfen und Wühlmäusen geschützt sind. Im Winter kommt auf die Nahrung, in dem sich die Regenwürmer befinden, eine dicke Schicht Laub. Die Erdgrube
mit den Regenwürmern ist schon viele Jahre im Einsatz. Im Mai wird eine Hälfte der Grube geleert. Es fällt da etwa ein halber Kubikmeter Wurmhumus an.

LG Chris
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