Meine Kompost Seite und Kompostwurm Artikel

Fragen und Antworten rund um den Kompostwurm.

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Meine Kompost Seite und Kompostwurm Artikel

Ungelesener Beitragvon Marxeo » 3. Januar 2017 12:09

Hallo liebe Wurmfans,

ich bin Webdesigner von Beruf und bei einem meiner Hobbyprojekte handelt es sich um den Kompost im allgemeinen. Dieses ist recht frisch und noch Under Construction, jedoch meines Erachtens bereits vorzeigbar.

Als ich meinen Artikel über Kompostwürmer geschrieben habe, bin ich auf Videos von euch gestoßen, die bei Youtube hochgeladen wurden.
Diese habe ich übrigens auch in meinem Artikel: http://www.kompost.biz/ratgeber/kompostwuermer untergebracht, natürlich mit Quellenangabe, wie es sich gehört.

Worum es mir nun geht:
Mich würde es freuen, wenn der ein oder andere eventuell mal meine Seite aus seiner Sicht als Experte bewertet.
Ich habe mir größte Mühe bei den Artikeln gegeben und denke auch, dass die meisten Informationen so richtig wiedergegeben worden sind. Fehler können sich aber bekanntlich ja immer mal einschleichen.

Liebe Grüße
Marc alias Marxeo von kompost.biz
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Re: Meine Kompost Seite und Kompostwurm Artikel

Ungelesener Beitragvon Jördson » 7. Januar 2017 23:56

Hallo Marxeo,

ich habe deine Seite mal angesehen und habe folgende Anmerkungen:

http://www.kompost.biz/ratgeber/kompostwuermer
Zitat: „Kompostwürmer (Eisenia fetida)“
Es werden auch noch andere Arten als Kompostwürmer bezeichnet, nämlich alle Arten, die für Wurmkompostierung verwendet werden UND die sich auch in einer (geschlossenen) Wurmfarm vermehren. In den gemäßigten Zonen sind das:
Eisenia andrei, Eisenia fetida, Eisenia hortensis (Synonym: Dendrobaena veneta), Lumbricus castaneus, Lumbricus rubellus, sowie weitere Arten, die in den (Sub-)Tropen zur Wurmkompostierung verwendet werden (z. B. Eudrilus eugeniae, Perionyx excavatus, Amynthas gracilis).

Zitat: „Diese befinden sich nicht wie die übrigen Würmer in der Erde, sondern auf dem Boden aufliegenden Schicht“
Besser wäre: Diese graben nicht wie andere Regenwurm-Arten Röhren in tieferen, mineralischen Bodenschichten oder zwischen den tieferen Bodenschichten und der Oberfläche (z. B. Lumbricus terrestris, der Tauwurm). Kompostwürmer kommen hauptsächlich in der auf dem Boden aufliegenden Streuschicht vor, sowie in der humusreichen obersten Bodenschicht. Würmer mit diesem Lebensraum nennt man auch epigäische Arten. Diese Arten sind relativ dunkel pigmentiert (was sie in gewissem Maß vor der UV-Strahlung der Sonne schützt). Nur bei Frost flüchten auch Kompostwürmer in tiefere, frostfreie Bodenschichten.

http://www.kompost.biz/ratgeber/der-ric ... -komposter
Zitat: „Wünschenswert ist eine Temperatur von mindestens 40-60 Grad Celsius.“
Temperaturen von 60 °C und darüber entsprechen einer Heißrotte. Im Text könnte man noch erwähnen, das solche Temperaturen in den meisten käuflichen „Thermo“-)Kompostern nicht erreicht werden, weil sie dafür ein zu kleines Volumen besitzen und/oder zu schlecht isoliert sind. Falls diese hohen Temperaturen überhaupt erreicht werden, dann nur im Zentrum des Komposters (und dann meist nur über kurze Zeit), aber nicht an den Wänden.

Unter „Rücksicht auf die Nachbarn nehmen“ könnte man schreiben:
Ein Kompost stinkt normalerweise nicht, wenn man alles richtig macht. Ein Kompost stinkt dann, wenn durch Sauerstoffmangel Fäulnis entsteht. Dies kann man durch folgende Maßnahmen verhindern:
Ganz unten im Kompost sollte eine Schicht aus groben Materialen wie Ästen u. dickeren Zweige aufgeschichtet werden, so dass später von unten Luft an das Kompostmaterial herankommt.
Materialien, welche schnell matschig werden und faulen, wie z. B. Grasschnitt und Fallobst, dürfen nicht zu hoch aufschichtet werden (max. 10 cm). Sehr feuchte Materialien (z. B. Rasenschnitt, Laub) sollte man vor dem Kompostieren bei trockenem Wetter breitflächig trocknen lassen. Fallobst kann man vor der Kompostierung zerkleinern (dann gelangt Sauerstoff besser ins Innere der Früchte).
Am besten mischt man Materialien, die faulen könnten, wie Grasschnitt, matschige Gemüse- u. Obstabfälle und Mist mit luftigen, trockenen Materialien wie z. B. Zweigen, Häckselgut u. Stroh.
Wenn man Mist kompostiert, sollte man diesen mit Stroh u./o. anderen luftigen Materialien mischen und oben (und bei einem an den Seiten offenen Komposter auch zur Seite hin) mit einer Schicht Erde (10-15 cm hoch) abdecken, damit er nicht stinkt.
Gegen schlechte Gerüche im Kompost hilft außerdem regelmäßiges Belüften mit einem Kompoststab o. einer Grabegabel.
Wenn man die Abfälle mit Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl und/oder Bentonit vermischt, werden schlechte Gerüche zum Großteil gebunden.

http://www.kompost.biz/ratgeber/was-geh ... en-kompost
Zitat „Ausnahmen bilden stark mit Pestiziden behandelte Früchte.“ Dazu gehören z. B. Bananen aus konventionellem Anbau.
Zitat „Zitronenschalen gehören im Zweifelsfall eher in die Biotonne.“ Das ist richtig, denn die Schalen von Zitrusfrüchten im Allgemeinen (also auch von Apfelsine, Grapefruit, Mandarine) zersetzen sich schlecht und sind – wenn sie aus konventionellem Anbau stammen - auch oft mit Pestiziden behandelt.
Beim Laub sollte man ergänzen: Walnuss-Blätter setzten beim Verrotten den Stoff Juglon frei, welcher Keimung und Wachstum von vielen anderen Pflanzenarten hemmt. Deshalb sollte Walnuss-Laub nicht im Garten oder in einer geschlossenen Wurmfarm kompostiert werden.

Das Laub von Buchen, Eichen, Esskastanien und Abfälle von Nadelbäumen (Nadel, Reisig) zersetzen sich relativ langsam und machen die entstehende Komposterde relativ sauer. Man kann daher diese saure Erde (oder die Abfälle als Mulchmaterial) für Pflanzen verwenden, die einen sauren Boden bevorzugen (leicht saure Böden mögen z. B. Brom- u. Himbeeren und Mini-Kiwis; noch saurere Böden verlangen z. B. Großfrüchtige Kiwis, Heidel- u. Preiselbeeren, Cranberries, Azaleen/Rhododendron und Heidekraut).
Wo saure Erde nicht erwünscht ist, sollten die oben genannten Säure-produzierenden Abfälle vor der Kompostierung mit einer größeren Menge an anderen Materialien und/oder mit Kalk gemischt werden.
Grünschnitt und Holzabfall von Thuja (Lebensbaum) sollte nicht (oder nur als kleine Beimischung) kompostiert werden, da Thuja Stoffe freisetzt, welche die Verrottung deutlich verlangsamen, und die das Wachstum einiger Pflanzen hemmen.
Zitat: Sägespähne eignen sich zum Kompostieren“
Späne und Holzhäcksel eignen sich zum Kompostieren, solange das Holz nicht behandelt ist, das heißt nicht imprägniert, gebeizt, lackiert oder verklebt/geleimt wurde.

Zu „was gehört auf den Kompost“ kann man noch Mist hinzufügen:
Mist von Tieren kann für die Kompostierung verwendet werden, solange man folgendes beachtet:
- WICHTIG: keinen Mist kompostieren, welcher von Tieren stammt, die gerade frisch entwurmt wurden, da sonst die Kompost- und Regenwürmer getötet oder geschädigt werden (Faustregel: min. 1 Woche Wartezeit einhalten).
- möglichst keinen Mist aus konventioneller Tierhaltung verwenden, da der Mist mit Medikamenten-Rückständen belastet sein kann. Schweinemist aus konventioneller Haltung enthält Kupfer, der in größeren Mengen toxisch auf Regenwürmer wirkt. Pferdemist und Mist von Bio-Rindern aus Freilandhaltung eignet sich gut zur Kompostierung. Geflügelmist sollte wenn möglich von Tieren stammen, die „Bio“ u. im Freiland gehalten wurden.
- Reiner Geflügelmist ist für Kompostwürmer zu scharf, da er relativ viel Phosphor enthält. Daher sollte er vor der Kompostierung mit anderen Stoffen (z. B. Stroh, Holzhäcksel, Erde) gemischt werden. Geflügelmist kann Salmonellen enthalten, dagegen hilft eine Heißrotte (siehe unten). Im Freiland werden Salmonellen auch durch die UV-Strahlung der Sonne abgetötet (im Sommer: Mist breitflächig in der Sonne ausbreiten, mehrere Tage bescheinen lassen). Salmonellen können auch an rohen Eierschalen und an rohem Geflügel –u. Schweinefleisch vorkommen.
- Mist von Tieren, die Krankheitserreger oder Parasiten enthalten, muss einer Heißrotte (Temperaturen von 60- 70°C über min. 1 Woche) unterzogen werden, bevor man ihn kompostiert. Für eine Heißrotte benötigt man ein relativ großes Volumen (min. 1 Kubikmeter), welches an den Seiten so gut isoliert ist, dass die Hitze bis zu den Wänden wirken kann. Falls man Bedenken wegen der Übertragung von Krankheitserregern u. Parasiten hat: mit der entstehenden Komposterde nur Kulturen düngen, wo man keine Teile isst, die sich im Boden o. knapp darüber befinden (z. B. Gemüse, Erdbeeren). Problemlos damit düngen kann man Zierpflanzen und solche Obstgehölze, deren Früchte so weit oben reifen, dass sie bei Starkregen nicht mit Erde bespritzt werden.
- menschlichen Kot sollte man nicht kompostieren, wenn er Medikamenten-Rückstände enthält. Kot sollte immer von Urin getrennt werden, sollte mit einer Erdschicht bedeckt und trocken u. luftig gelagert und kompostiert werden, dann stinkt er nicht oder kaum. Gegen schlechte Gerüche hilft auch das Untermischen von Pflanzenkohle.
Krankheitserreger u. Parasiten lassen sich durch eine Heißrotte abtöten. Falls man Bedenken wegen der Übertragung von Krankheitserregern u. Parasiten hat: siehe obigen Punkt.

Wenn man Mist kompostiert, sollte man den Mist ringsherum und von oben mit einer Erdschicht (10-15 cm) bedecken, dann riecht er weniger.

Zum Thema „Kompostierer aus Euro-Paletten selber bauen“ sollte man noch schreiben, dass man darauf achten soll, womit das Holz der Paletten behandelt wurde.
Bei Paletten aus der EU (auf der rechten Seite ist „EUR“ eingebrannt, auf dem linken Klotz steht meist „EPAL“). Meist auf dem mittleren Klotz ist gekennzeichnet, womit sie behandelt wurden: Tragen sie das Kürzel „HT“ (für „Heat Treatment“), wurden sie nur mit Hitze behandelt (in der EU ist keine andere Behandlung erlaubt).
Paletten aus dem Nicht-EU-Ausland können das Kürzel „MB“ tragen, dann wurden sie mit dem giftigen, gesundheitsschädlichen und umweltgefährdenden Stoff Methylbromid (Brommethan) begast. Solche Paletten sollten nicht verwendet werden.
Paletten aus dem Nicht-EU-Ausland können auch mit anderen giftigen Holzschutzmitteln behandelt worden sein.
Paletten, die Spanplatten enthalten, sollten ebenfalls nicht verwendet werden, da der der Kleber, mit dem die Holzteile verleimt sind, giftige Inhaltsstoffe (z. B. Formaldehyd) freisetzen kann. Oft erkennt man dies an einem unangenehmen stechenden Geruch.

Benutzte Paletten aus dem In- und Ausland können zum Teil mit Lösungsmitteln, Farben, Ölen etc. verunreinigt sein, da die Paletten in verschiedensten Branchen eingesetzt werden und es passiert, dass mal etwas ausgelaufen ist oder drüber gekippt wurde.
[Quellen: http://www.palettenbett.com/219/palette ... e-aspekte/
http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zei ... atten.html]

Das heißt, wenn man auf Nummer sicher gehen will, soll man nur hitzebehandelte Paletten aus dem EU-Raum verwenden, die keine Spanplatten enthalten, noch nicht benutzt wurden oder wo man genau weiß, wofür sie vorher benutzt wurden.

Alternativen zu Paletten sind unbehandelte (nicht imprägnierte, gebeizte, lackierte, verklebte) Hölzer. Einen Komposter kann man z. B. aus dünneren Stämmen oder aus Holzbrettern/-Holzlatten bauen. Damit die Holzteile nicht schnell faulen, sollte man Hölzer verwenden, die von Natur aus lange haltbar sind:
Am längsten haltbar ist das Holz der Robinie, vor allem das harte Kernholz hält sehr lange (20 - 40 Jahre).
Ebenfalls relativ dauerhaft (halten etwa 10 - 20 Jahre) ist das Holz von: Stiel- u. Trauben-Eiche, Esskastanie (Edelkastanie), Hainbuche und Riesenlebensbaum (=“Western Red Cedar“ oder „Rotzeder“). Zeder und Eibe sind ebenfalls haltbar, aber sehr teuer, wen man sie kauft.
Mäßig dauerhaft (max. 10 Jahre) sind Douglasie, Europäische und Sibirische Lärche und Kiefer.
Noch kürzer halten folgende Hölzer (diese sind oft relativ billig): Fichte, Roteiche, Tanne, Ulme.
Noch schneller als die vorigen Hölzer faulen: Ahorn, Birke, Buche, Erle, Esche, Linde, Rosskastanie.

Holzteile, die im Boden stecken oder auf dem Boden aufliegen, faulen zuerst an der Übergangsstelle zwischen Erde und Boden. Um dies zu verhindern, kann man in diesem Bereich (bis ca. 10-15 cm über dem Boden) das Holz durch Stein ersetzen.


Eine weitere und meist auch dauerhaftere Alternative zu Holz ist der Bau eines Komposters aus Steinen. Dabei werden an 3 Seiten Natursteine oder (Loch-)Ziegel als Trockenmauer (ohne Mörtel) aufgeschichtet. Bei Lochziegeln sollten die Löcher nicht mehr als 1 cm Durchmesser haben, um (Wühl-)Mäuse abzuhalten. Hat man ein Problem mit Nagetieren, Maulwürfen oder Spitzmäusen (alle 3 Gruppen fressen auch Kompost- u. andere Regenwürmer), kann man auch den Boden des Komposters mit Lochsteinen auslegen, so dass die Löcher senkrecht verlaufen (damit Würmer und andere kleine Tiere leicht zwischen Kompost und Boden hin und her wechseln können). Lochziegel halten meist viel länger als Metallgitter, welche im feuchten Erdreich schnell durchrosten.
Um Mäuse abzuhalten, ist außerdem wichtig, dass keine größeren Spalten (nicht mehr als 1 cm) vorhanden sind und das der Kompost von oben abgedeckt wird.
Ehre Mutter Erde, denn was du ihr gibst, das gibt sie dir mit mütterlichem Segen wieder. (russisches Sprichwort)
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Re: Meine Kompost Seite und Kompostwurm Artikel

Ungelesener Beitragvon Marxeo » 8. Januar 2017 14:19

Wow, ich weiß gar nicht was ich sagen soll, außer:

Vielen herzlichen Dank für dieses wirklich ausführliche Feedback!
Mit so etwas habe ich echt nicht gerechnet, klasse :)

Da werde ich mich mal dran setzen und alle Punkte ausbessern, melde mich zurück wenn die Umsetzungen durch sind.

Danke
Marxeo
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Re: Meine Kompost Seite und Kompostwurm Artikel

Ungelesener Beitragvon Marxeo » 16. Januar 2017 21:32

So, es hat etwas gedauert. Konnte die Artikel jedoch sehr gut durch deine Hilfe aufbereiten!
Ich habe viele deiner Texte so übernommen oder nur leicht abgewandelt, ich hoffe das ist in Ordnung.

Vielen vielen Dank. Ich konnte viel lernen und bin dir sehr dankbar.

Außerdem habe ich in dem Euro Paletten Artikel noch ein Dankeschön an dich und das Forum hier hinterlassen:
http://www.kompost.biz/anleitungen/kompostierer-aus-euro-paletten-selber-bauen

Liebe Grüße
Marxeo
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