Würmer hören nicht auf zu flüchten

Fragen und Antworten rund um den Kompostwurm.

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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Franca » 5. November 2017 14:15

Hallo Tagtraumtiger,
hier im Forum hab ich einen Beitrag gefunden, der vielleicht für Dich interessant ist, da ging es um Regen auf Wurmkisten aus Holz, und um flüchtende Würmer.

Da gabs erstmal den Tipp, neben der Kiste nachts etwas feuchte Wellpappe auszulegen, so dass die Würmer, die geflüchtet sind, dort Schutz suchen können und morgens leicht und unbeschadet eingesammelt werden können.

Außerdem erwähnte da jemand, dass manche Dendrobena extra so gezüchtet sind, dass sie einen hohen Bewegungsdrang haben (halt für Angler, dass der Wurm immer schön zappelt) - das könnte es ja auch erklären, dass bei manchen Leuten ständig Würmer flüchten (stammen halt aus so einer Zucht) und bei anderen nicht (stammen eher aus einer Kompostwurm-Zucht). Also, wir haben vielleicht die gleiche Bedingungen in der Haltung und sogar die gleiche Art Kompostwürmer, aber Du hast sozusagen Windhunde, die zum Rennen gezüchtet sind, und ich habe mehr so die trägen Bernhardiner... wär so meine Theorie.
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Chris » 5. November 2017 17:21

Ich finde die Meinung gut. Kompostwurm ist eben nicht gleich Kompostwurm. Man sollte versuchen für die
Würmer, die schnell unterwegs sind, etwas passendes schaffen. Mann kann natürlich auch eine bestimmte
Sorte versuchen zu vermehren.

LG Chris
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Tagtraumtiger » 9. November 2017 11:18

Franca, du bist echt der Wahnsinn! :shock: Kann ich dich als meine persönliche Prophetin engagieren? :lol:
Ich erkläre mal, warum ich glaube, dass du wieder Recht hast: Es kommen jede Nacht junge Würmer raus, das sind wenige, aber eben zuviel. Und genau da habe ich gestutzt: Warum nur Jungwürmer? Vielleicht sind das die Nachkommen der Dendrobenas, die ich im Angelladen gekauft hatte (waren ja immerhin auch 5 Dosen :roll: ). Allerdings erklärt das nicht, warum die Alten nicht (mehr) rauskommen.
Ich werde das mit der feuchten Wellpappe definitiv probieren, weil ich das echt traurig finde, die toten bzw. geschwächten Würmer einzusammeln.

Die Idee, wieder Pferdemist reinzutun, finde ich auch gut. Nur komme ich leider nur sporadisch an welchen. Ich muss mir da noch was einfallen lassen.
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Franca » 9. November 2017 22:25

Beruf: Wurm-Prophetin ? :D Interessant, dass bei Dir vor allem junge Dendros flüchten. Vielleicht lassen die alten Dendros sie nicht in das unterirdische Sportstudio rein, wo sie ihre Muskeln stählen ? Nee, Spaß beiseite, ich denke, die älteren Würmer sind wahrscheinlich zu träge.

Meine Dendros sind soo gemütlich - gestern konnte ich einem großen Exemplar beim fressen zuschauen. Total niedlich, er mümmelte so kleine Bröckchen in sich rein, sichtbar genussvoll. Nach einer Weile schaute er dann doch auch mal hoch, woher das störende Licht kommt... da hab ich ihn dann doch lieber wieder zugedeckt. Milben und Springschwänze hab ich bei mir nun auch gesichtet. Das Ökosystem entwickelt sich :-)
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Tagtraumtiger » 14. November 2017 11:39

Tihi, da frage ich mich doch glatt, ob eine Ausbildung zur Wurm-Prophetin reichen würde oder ob du es studieren müssest! 8-)

Es klingt echt super, wie es bei dir läuft!
Bis auf die wenigen sehr agilen Wurmlis habe ich auch eher träge Würmer, die sich von Licht nicht sofort schrecken lassen z.B.
Nach dem Wochenende waren zum Glück nur vier oder fünf tote Würmer (junge) zu finden. Ich musste gestern aber doch mal wieder umgraben, weil wir ein Fruchtfliegenproblem haben und ich neues Moos und Futter einsetzen wollte. Na, jetzt herrscht erstmal Ruhe.
Ich will echt mal in die Richtung kommen, nicht mehr so viel Arbeit mit der Wurmkiste zu haben.
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Chris » 14. November 2017 13:23

Ich muss mal recht unwissend nachfragen, die Denkrichtung ist doch weniger Arbeit mit der Wurmkiste zu haben.
Meine Ausführung der Wurmkiste ist etwas größer. Bei mir sind die Kompostwürmer in einer großen betonierten Grube
mit Abdeckung.
Meine Aufgabe ist lediglich Futter ranzuschaffen und Laub als Winterschutz. Nach einem Jahr wird der Wurmhumus auf
einer Seite der Grube geleert. Ansonsten kümmere ich mich noch darum den Wurmtee aus dem separaten Sammelbehälter
monatlich zu leeren. Ansonsten habe ich Obst Fliegen, Wespen, Hornissen, Ameisen und andere Insekten zu Besuch.
Das hat sich bis jetzt noch nie auf die Qualität vom Wurmhumus ausgewirkt.

LG Chris
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 14. November 2017 14:44

Chris hat geschrieben:Ich muss mal recht unwissend nachfragen, die Denkrichtung ist doch weniger Arbeit mit der Wurmkiste zu haben.


Chris, das stimmt.
Allerdings ist am Anfang einfach alles interessant, was mit der Wurmkiste und den Würmern zu tun hat. Sobald man das etwas gelassener sehen kann -
ein Gefühl für die ganze Sache bekommt und deshalb auch keine Würmer mehr flüchten - kehrt Ruhe und Gewohnheit ein.

Chris hat geschrieben:Ansonsten habe ich Obst Fliegen, Wespen, Hornissen, Ameisen und andere Insekten zu Besuch.
Das hat sich bis jetzt noch nie auf die Qualität vom Wurmhumus ausgewirkt.


:lol: :lol: :lol: Nun ja, viel Spaß, wenn Du die Viecher in einer Kiste in der Wohnung hättest. Dann verstehst Du, wie es ist, wenn man mit
dem Staubsaugerschlauch durch die Gegend rennt und Fliegen einsaugt...

Hol Dir doch einfach ein paar Eurokisten vom Baumarkt, zwei Hände voll Würmer aus dem Beet und starte da mal zu Hause etwas.
Da wird die Futterzusammenstellung gleich anders. Auch Fütterungsfehler lassen sich nicht so leicht "auffangen", bzw. geflüchtete Würmer
kehren wahrscheinlich nicht zurück. ... und zweibeinige Mitbewohner müssen erst einmal überzeugt werden.

Gruß
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Chris » 14. November 2017 17:13

Ich habe ja nur mal vorsichtig gefragt. Sicher sind die Bedingungen im Freiland ganz andere als in der Wohnung.
Die Gefahr von Ameisen und Wespen in der Wurmkiste besteht da nicht. Ob nun eine mehr oder weniger sterile
Wurmkiste ein Muss ist, sehe ich noch nicht. Gelesen habe ich, dass Springschwänze und Co. mit rein gehören.
Ich sehe schon, hier geht es mehr um die Wurmfarmen im kleinen Stiel. Die mengenmäßige Gewinnung von
Wurmhumus und Wurmtee stehen da nicht im Vordergrund.

LG Chris
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Wurmbär » 14. November 2017 18:24

Chris hat geschrieben:Ich sehe schon, hier geht es mehr um die Wurmfarmen im kleinen Stiel. Die mengenmäßige Gewinnung von
Wurmhumus und Wurmtee stehen da nicht im Vordergrund.


Chris, das stimmt nicht in jedem Fall.
Ich habe seit August/September 2 Gewächshäuser, einen Hausvorgarten mit Gemüse und Blumen, sowie mein 15m²-Beet und div. kl. Beete
mit bel. Wurmtee und Wurmhumus zu vesorgen, weshalb ich ganz schön unter Druck war und bin. Ich werde auch nächstes Jahr nur mit bel.
Wurmtee dienen können (außer bei mir im Beet und Balkon).

Zusammen mit meiner Vermieterin haben wir mehrere Systeme. Eines bei mir im Wohnzimmer, drei kleinere Spielereien im Keller bei mir,
ein System im Keller bei ihr. Wir können in diese kleineren Systeme keine Unmengen an Bioabfällen reinmachen, weil es sonst in der
Kiste Temperaturerhöhungen gibt. (Ist erst letzte Woche passiert)

Das System meiner Vermieterin läuft mit kompostiertem Hühnermist & Co., sowie Gemüse. Es siedeln sich in diesem System aber weder
Kellerasseln, noch Springschwänze noch Milben an. Auch keine Nematoden. Nur Würmer. Selbst auf dem Komposthaufen sind nur wenige
Asseln usw. Der PH-Wert liegt bei knapp über 7. Erklären kann ich mir das nicht so ganz. Die Würmer setzen nicht so viel um und das sieht
alles nach wie vor nach Hühnermist aus, obwohl es durch die Heißrotte ging. Hiervon kann ich keinen Wurmtee machen, dieses Substrat
kann nächstes Jahr höchstens auf den Boden. Ach so, selbst die Zwangszugewanderten verschwinden. Sollte auch anderswo mal passieren. :mrgreen:

Meine Kellersystemchen sind die gelieferten Wurmkompostsäcke - wenigstens einer davon - verteilt in drei große Blumentöpfe. Dort wird
angefüttert und anfänglich auch mit Wurmtee gegossen. Dieses System entwickelt sich auch sehr langsam, weil es den Würmern dort
zu kalt ist. Außerdem sind es keine Foetidas, sondern Dendros. Diese sollen nächstes Jahr in's wühlmausfreie Gewächshaus umgesiedelt
werden. Dort wird der Boden dann auch mehr gemulcht.

Außerdem ist geplant in zwei Beeten Wurmkisten einzugraben. Die Kisten müssen dann aber wühlmaussicher sein. Es ist aber momentan
alles erst gedanklich im Entstehen. Es soll auch nicht zuviel kosten. Wir wollen mit alten Materialien arbeiten.

Es gibt da noch so viel zu planen, tun und umzusetzen.
Es sollte auch im Bereich des möglichen bleiben - aber ein so großes Einzelsystem wie Deines geht hier nicht.

Ach so, in meinem Wohnzimmersystem sind auch Springschwänze, Milben, Nematoden usw. Mittlerweile brauche ich das Futter auch nicht mehr ganz
so klein zu schneiden wie am Anfang. Aber es braucht doch noch seine Zeit bis es sich umsetzt. Eine Kiste ist jetzt mittlerweile voll, die zweite am
laufen, wobei diese sich schon wieder unterteilt ...

Jetzt wird es unübersichtlich ...
Gruß
Wurmbär

edit:
Chris, Du hast gesagt, Du hättest ja nur mal ganz vorsichtig gefragt... Schon klar und okay, mein Beitrag war nicht als Vorwurf gemeint. Aber Dein
System läuft schon lange und mein's fängt erst so richtig an.
Zuletzt geändert von Wurmbär am 14. November 2017 18:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag
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Re: Würmer hören nicht auf zu flüchten

Ungelesener Beitragvon Chris » 14. November 2017 20:34

Ein paar Bemerkungen zu deinem Beitrag.
- Besteht Druck bei einer Maßnahme, leidet die Freude am Hobby und die Kreativität. Da ist schon besser die Planung etwas zu strecken.
- eine Erhöhung der Temperatur hätte ich nicht erwartet. Das liegt sicher an der Zusammensetzung der Bioabfälle.
- Hühnermist ist sehr scharfer Mist, der stark verdünnt werden muss.
- Auf meinem Komposthaufen sind sehr viele Asseln. Das erreiche ich durch angefeuchtete Wellpappe, die schräg an den Kompost gelehnt
wird. Die Wellpappe wird mit einer große Betonplatte abgedeckt. Auch zerkleinerte Kastanien werden von den Asseln gerne angenommen.
- Wie erreicht man ein wühlmausfreies Gewächshaus?
- Wühlmaussichere Kisten dürfte schwierig werden. Wühlmäuse machen durch vieles hindurch. Bei einer Pflanzschale aus Plaste hatte sich
eine Wühlmaus auf einer Seite rein gefressen und auf der anderen Seite hat sie noch ein Loch gemacht, als Ausgang.
- Zerkleinern tue ich das Futter gar nicht. Da kommen auch große Mengen ganze, auch angefaulte Äpfel rein.

LG Chris
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